Das Konzept

 

1.         Geschichte der Waldkindergärten

1.1       Was ist ein Waldkindergarten

 

2.         Fakten zur Institution

2.1       Träger

Krippengruppen

Waldkindergartengruppe

2.2              Entstehung des Waldkindergartens in Groß Schwülper

2.3              Gruppenstruktur

2.4              Betreuungszeiten/Schließzeiten

2.5              Lage

2.6              Anmelde-, Aufnahmeverfahren

2.7              Kosten

2.8           Krankheiten/Gefahren im Wald

2.8.1        Zecken

2.8.2        Fuchsbandwurm

2.8.3        Der Wald macht gesund, nicht krank!

 

2.9           Abwesenheit

 

3.         Die pädagogische Arbeit im Waldkindergarten

3.1       allgemeiner pädagogischer Auftrag

3.2       Pädagogische Ziele des Waldkindergartens

3.3       Eingewöhnung

3.4       Vorbereitung auf die Schule

3.5       Wie findet Lernen im Waldkindergarten statt

 

4.         Personal

 

5.         Ein Tag im Wald

 

6.         Regeln im Wald

 

7.         Ausstattung

7.1       Bekleidung

7.2       Rucksack und dessen Inhalt

7.3       Erzieherrucksack

 

8.         Elternarbeit

8.1       Elterndienste

8.2       Vereinsmitgliedschaft

 

9.         Schlusswort

 


1.      Geschichte der Waldkindergärten

 

Die Idee der Waldkindergärten stammt aus Dänemark. Bereits Anfang der 50er Jahre wurde dort der erste Waldkindergarten gegründet, die Idee ist auf eine dänische Mutter zurückzuführen, die gerne den ganzen Tag mit ihren Kindern und Nachbarskindern im Wald verbrachte. Rund 20 Jahre später entstand in Deutschland der erste Waldkindergarten nach dem dänischen Vorbild. Doch es dauerte noch bis 1993, bis in Flensburg der erste Waldkindergarten staatlich anerkannt und gefördert wurde. Von da an verbreitete sich das Konzept sehr schnell über ganz Deutschland. Heute existieren in Deutschland an die 1000 Natur-und Waldkindergärten, und die Nachfrage ist steigend.

 

1.1              Was ist ein Waldkindergarten?

 

Die Idee eines Natur- und Waldkindergartens resultiert aus den veränderten Lebenssituationen der Kinder heute. War es für frühere Generationen noch völlig normal, den Tag bei Wind und Wetter mit Spielkameraden draußen zu verbringen, so bieten die veränderten Lebensbedingungen , zu denen auch der familiäre Alltag gehört, längst nicht mehr diese Möglichkeiten. Die Terminkalender nicht nur der Erwachsenen sind voll, auch die Kinder haben oft einen straffen Wochenplan: Kindertagesstätten und Schule nehmen immer mehr Raum ein, hinzu kommen organisierte Freizeitaktivitäten z.B. im sportlichen oder musisch-kulturellen Bereich. Außerdem sind da noch die Ängste vieler Eltern: „Mein Kind ist allein im Wald. Was kann da alles passieren?“

Waldkindergärten bieten Kindern diese Möglichkeit wieder. Sie „ stärken und stabilisieren in besonderer Weise die kindliche Entwicklung. Durch den ständigen Aufenthalt in der Natur erleben und erfahren die Kinder die wechselseitige Abhängigkeit von ihr. Sie erfahren sich als Teil vom Ganzen. Noch als Erwachsene werden diese Kinder durch die Erfahrungen, die sie mit der Natur gemacht haben, geprägt sein. Sie werden diese lieben, achten und schützen. Die Natur ist der ideale Bewegungsraum für die Kinder. Wald- und Naturkindergärten fördern in selbstverständlicher Weise die Bewegung und die körperlichen Aktivitäten der Kinder.“ (Monika Hepp-Hoppenthaler)

Die Kinder spielen mit dem, was sie im Wald und in der Natur vorfinden. Sie werden selber kreativ, anstatt zu konsumieren. Sie lernen durch Erfahrung, nicht durch Vorgabe. Sie leben und erleben Natur mit allen Sinnen und mit Körper, Geist und Seele, anstatt über sie in Büchern zu lesen oder vorgelesen zu bekommen. Sie erfahren sich als Teil der Natur und entwickeln Verantwortungsbewusstsein für sich und ihre Um- und Mitwelt.

 

 

 

2.      Fakten zur Institution

 

2.1              Träger/Krippengruppen/Waldkindergarten

Der gemeinnützige Verein „Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V.“ wurde im März 2006 gegründet. Er ist Trägerverein für die Krippengruppen in Groß Schwülper und in Walle sowie für die Waldkindergartengruppe „Okerfüchse“. Des Weiteren werden vom Verein Waldnachmittagsgruppen für unterschiedliche Altersgruppen, regelmäßige Themen- und Informationsabende sowie in Kooperation mit einer Musikpädagogin Musikkurse für Kinder und Eltern angeboten.

 

Der Verein wurde nach dem Vorbild der Elterninitiativen konzipiert, nahezu alle Eltern der in den Gruppen fest angemeldeten und betreuten Kinder sind Mitglied und tragen den Verein mit. Langfristiges Ziel des Vereins ist der Betrieb eines Kinderzentrums mit unterschiedlichen Angeboten für Kinder, Eltern und Familien in der Gemeinde Schwülper.

 

2.2              Entstehung des Waldkindergartens in Groß Schwülper

Die Idee, in der Gemeinde Schwülper einen Waldkindergarten zu gründen, entstand 2010 auf Initiative einiger Eltern. Gemeinsam mit dem Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V. als Träger wurde intensiv an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Nach zweijähriger Projektphase ging der Waldkindergarten im Mai 2012 an den Start.

 

2.3              Gruppenstruktur

Es werden 15 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt von mindestens zwei ErzieherInnen betreut.

 

 

2.4              Betreuungszeiten

Im Waldkindergarten werden die Kinder täglich in der Zeit von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr betreut. Ein Mittagessen wird nicht angeboten.

 

Der Waldkindergarten ist  –  parallel zu den Krippengruppen der „Pusteblume“ sowie den Regelkindertagesstätten  –  drei Wochen während der Sommerferien sowie in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die Schließzeiten werden rechtzeitig vorher bekanntgegeben.

 

An einem Tag im Jahr bleibt die Einrichtung wegen eines teaminternen Studientags geschlossen. Auch dieser Tag wird langfristig vorher mit den Eltern abgestimmt.

 

2.5       Lage/Unterkunft

Die Waldkindergartengruppe trifft sich morgens auf dem Außengelände der Tennisanlage. Die Parkplätze können von den Eltern, die Ihre Kinder mit dem Auto bringen, genutzt werden. Die Anfahrt soll möglichst über die Schloßstraße erfolgen. Die Eltern bemühen sich,  Fahrgemeinschaften zu bilden. Abgeholt werden die Kinder an gleicher Stelle.

Als Treffpunkt mit den ErzieherInnen nutzen die Kinder das umzäunte Gelände an den Außentennisplätzen, von dort aus geht es in den Wald.

Der Bauwagen befindet sich auf einem gepachteten Waldstück ( Flurstück 24 / Flur 1) im Sandfeld des Schwülperaner Forstes. Außerdem darf sich die Gruppe per Gestattungsvertrag auf weiteren Waldflächen, die sich im Privatbesitz befinden, frei bewegen. Im restlichen Wald ist der Aufenthalt im Rahmen des Allgemeinen Begehungsrechtes erlaubt. Der Schutz von Flora und Fauna wird dabei besonders beachtet. Der Wald ist abwechslungsreich und ideal geeignet für die Bedürfnisse der Waldkindergartengruppe.

Der mittlere Weg in Nord-Südrichtung im „Barons Busch“ wird nach Möglichkeit nicht übertreten, um das Wild nicht Richtung Kreisstraße aufzuscheuchen. In westlicher Richtung wird darauf geachtet, das Naturschutzgebiet um die Okeraue nicht zu betreten. Der Dialog mit den Waldpächtern wird angestrebt.

 

Veränderungen der Umgebung z.B. in Form von „festen“ Bauten (Waldsofa, Klettergarten) werden nur in der näheren Umgebung des Bauwagens entstehen, passen sich der Örtlichkeit an und bestehen überwiegend  aus natürlich vorkommenden Materialien.

Der beheizbare Bauwagen dient bei Starkregen oder in der Kälteperiode als überdachter, beheizbarer Ort zum Frühstücken und Aufwärmen. Außerdem wird er zum Lagern von Materialien, Ablegen von Rucksäcken und Kleidung sowie als Rückzugsort genutzt.

Der Tennisclub Schwülper e.V.stellt uns einen Raum seines alten Vereinsheims als Unterkunft zur Verfügung. Wenn die Gruppe sich in diesem Raum aufhält, darf sie die Toiletten in der danebenliegenden Tennishalle benutzen.

Das Ausweichquartier im Tennisheim wird als sicherer Raum bei Gewitter, Sturm und bei Jagdtagen genutzt. Da es direkt am Waldrand liegt, ist es auch bei unerwarteten Gefahrenlagen gut und schnell für die Gruppe erreichbar.

 

2.6        Anmelde -und Aufnahmeverfahren

 

Wichtig ist uns, die Eltern und Kinder vor Aufnahme kennen zu lernen. Deshalb vereinbaren wir einen ersten Termin, um ihnen bei einem Schnuppertag die Gelegenheit zu geben, sich mit der Gruppe im Wald zu treffen. Vor Ort kann man sicherlich den besten Eindruck bekommen, was ein Waldkindergarten ist und wie er funktioniert.

Kommt es zu einer Betreuungsvereinbarung, so wird ein Betreuungsvertrag mit der Familie abgeschlossen, der Gültigkeit erhält, sobald alle drei Vertragspartner – Eltern, Einrichtung und Trägerverein – unterschrieben haben. Vor Unterzeichnung findet immer ein Gespräch der Erzieher/innen mit den Eltern statt, um wichtige Fragen zu klären und Informationen auszutauschen. Mit der Unterzeichnung des Vertrags erklären sich die Eltern mit den Einrichtungsregeln einverstanden. Alle wichtigen Informationen über die Einrichtung sind im Anhang  des Vertrags, der den Eltern vor Abschluss ausgehändigt wird, enthalten.

 

 

2.7              Kosten

 

Die Monatsbeiträge werden vom Verein festgelegt und orientieren sich an den Kindergartenbeitragssätzen der Gemeinde Schwülper.

Eine Geschwisterermäßigung in Höhe von 10% des Monatsbeitrags pro Kind wird gewährt, wenn mehrere Geschwister den Waldkindergarten gleichzeitig besuchen.

 

2.8.      Krankheiten und Gefahren

Bei ansteckender Krankheit oder Fieber über 38° C darf ein Kind nicht in die Waldgruppe gebracht werden. Erkrankt ein Kind während des Tages, werden die Eltern benachrichtigt und das Kind muss abgeholt werden. Hierzu müssen den ErzieherInnen ausreichend viele Telefonnummern genannt werden, damit im Notfall immer jemand erreichbar ist. Medikamente dürfen von den MitarbeiterInnen nicht oder nur nach Absprache in begründeten Ausnahmefällen verabreicht werden. Sollte ein Kind schwerer verunfallen, ist die Gruppenleitung oder die Zweitkraft berechtigt bzw. verpflichtet, einen Arzt zu rufen oder aufzusuchen. Die Eltern werden umgehend benachrichtigt.

 

2.8.1    Zecken

Die Eltern werden an Hand eines Infozettels ausgiebig über die Gefahr von Zeckenbissen informiert. In der wärmeren Jahreszeit, in der Zecken aktiver sind, sollen die Eltern ihre Kinder nach dem Waldkindergartenbesuch gründlich absuchen. Festes angepasstes Schuhwerk wird ausdrücklich empfohlen.

 

2.8.2    Fuchsbandwurm

Die Übertragung des Fuchsbandwurmes kann vermieden werden, in dem auf die Einhaltung der Waldregeln geachtet wird (Nur Mitgebrachtes essen, vor dem Essen Hände säubern).

 

 

2.8.3    Der Wald macht gesund, nicht krank

Aus medizinischer Sicht ist der regelmäßige Aufenthalt an der frischen Luft eine Notwendigkeit. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem gestärkt und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten verringert. Die überheizten Räume, in denen wir leben, spielen und arbeiten, behindern diesen Effekt.

Die Ansteckungsgefahr der Kinder untereinander ist an der frischen Luft geringer.

Die Bewegung auf unebenem und ständig wechselndem Grund kräftigt die Muskulatur und fördert die Körperbeherrschung.

Die Kinder können ihren Bewegungsdrang ungehindert ausleben. Dadurch wird die körperliche Fitness gefördert und Aggressionen abgebaut.

Eine 1994 erstellte Gesundheitsbilanz von Kindern in deutschen Kindergärten ergab:
60% der Kinder haben Haltungsschwierigkeiten,
40% haben ein schwaches Herz-Kreislauf-System
30-40% haben muskuläre Schwächen und Koordinationsprobleme
30% sind übergewichtig

Der regelmäßige Aufenthalt in der freien Natur lässt diese Probleme erst gar nicht entstehen!

In Studien wurde nachgewiesen, dass Kindergartenkinder, die den Tag „draußen in der Natur“ verbringen, signifikant gesünder sind als Kinder, die Regeleinrichtungen besuchen. Auch im Bereich Motorik, Konzentration und Phantasie schneiden sie im Vergleich deutlich besser ab.

 

2.9       Abwesenheit

 

Wenn ein Kind urlaubs- oder krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht den Waldkindergarten besuchen kann, so wird darum gebeten, bis spätestens 08.15 Uhr telefonisch abzusagen.

 

 

 

 

3.      Die pädagogische Arbeit

 

3.1       Allgemeiner pädagogischer Auftrag

Waldkindergärten dienen wie alle (Kinder-) Tageseinrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern. Sie haben einen eigenen Erziehungs- und Bildungsauftrag ( KitaG, 02/2002,§2 Abschnitt 1).

Waldkindergärten sollen wie andere Einrichtungen:

  • „die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken
  • sie in sozial verantwortliches Handeln einführen
  • ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die eine eigenständige Lebensbewältigung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten des einzelnen Kindes fördern
  • die Erlebnisfähigkeit, Kreativität und Fantasie fördern
  • den natürlichen Wissensdrang und die Freude am Lernen pflegen
  • die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen erzieherisch fördern und
  •  den Umgang von behinderten und nicht behinderten Kindern sowie von Kindern unterschiedlicher Herkunft und Prägung untereinander fördern.“ ( KitaG 02/2002;§2 Abschnitt 1)

Jede Einrichtung hat das Recht, diese Bereiche in eigener Art und Weise zu fördern und zu gestalten. Der Waldkindergarten bietet eine Menge Potenzial, geeignete Situationen zu schaffen.

Es wird eng mit den Familien der Kinder zusammen gearbeitet, um die Erziehung und Förderung der Kinder innerhalb der Familien  zu ergänzen und zu unterstützen. Es wird auf die soziale, kulturelle und religiöse Prägung der Herkunftsfamilie Rücksicht genommen. (Kita G 2/2002, §2 Abschnitt 2). Regelmäßige Elterngespräche werden angeboten.

Der Wald bietet optimale Möglichkeiten für Kinder, sich selbst zu erfahren und anderen Kindern zu begegnen. Die Ruhe, die ein Kind für sich und seine Entdeckungen braucht ist ebenso gegeben, wie ein unerschöpflicher Raum für Bewegung. Er bietet einen anregenden LEBENSRAUM und vermittelt unmittelbar neue Erfahrungen .Jeden Tag aufs Neue gibt es dort die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu erweitern, im freien Spiel oder auch in angeleiteten Einheiten. Geborgenheit erfahren die Kinder durch intensive Betreuung zweier Erzieherinnen und engen Kontakt mit der ganzen Gruppe von 15 Kindern. (KitaG 2/2002,§2 Abschnitt 3)

 

3.2       Pädagogische Ziele

Die Erziehung im Waldkindergarten ist ganzheitlich orientiert, d.h. die Kinder werden sozial, emotional, intellektuell, gestalterisch und körperlich gefördert. Den wesentlichen Einflussfaktor, stellt die Natur selbst dar. Kinder erfahren ihre Welt durch vielfältige Selbstaktivitäten. Ihr Wissen basiert zum großen Teil auf real gemachten Erfahrungen. Kinder haben ein hohes Maß an Neugier, Energie, Lerneifer und Kreativität. Der Wald bietet unerschöpfliches Potenzial, all diese Eigenschaften auszuprobieren.

Die nachfolgend aufgeführten Erfahrungsbereiche geben die Richtung an, was wir den Kindern im Wald ermöglichen wollen. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Ziele der Waldpädagogik sind es,

1) …Natur und Umwelt als Lebensgrundlage zu erhalten und zu schützen.

„Man schützt was man liebt“, dieser Ausspruch gilt auch für die Arbeit im Waldkindergarten. Die Kinder erfahren und erleben den Wald mit allen Sinnen, lernen die natürlichen Abläufe im Wandel der Jahreszeiten kennen. Durch das Lernen mit Kopf, Herz und Hand wird ein natürliches Gespür für die Natur entwickelt. Durch Fragen und die natürliche Neugier der Kinder kann spielerisch Wissen erlangt werden: Wie unterscheidet sich das Birkenblatt vom Ahorn? War das eine Amsel oder ein Eichelhäher? Welche Tiere haben hier ihre Spuren hinterlassen? Die Kinder lernen so den sorgsamen Umgang mit ihrer natürlichen Umwelt und begreifen sich als ein Teil davon. Mehr zu diesem Thema auch unter Punkt 3.5.

 

 

 

2) …Sinnesschulung durch unmittelbares Erleben

Das Ganzheitliche Lernen steht im Waldkindergarten im Vordergrund. Es ist ein Unterschied ob ein Kind einen Baum im Bilderbuch betrachtet oder ihn mit den Händen berührt, spürt wie das Harz klebt, welche Tiere unter der Rinde leben, wie er riecht und sich anfühlt…Im Wald sind die Kinder die ganze Zeit mit den vielfältigsten Sinneserfahrungen beschäftigt: Es gibt überall etwas zu betrachten, zu riechen, zu hören, zu spüren.  Durch die Stille im Wald gewinnt jedes Sinneserlebnis noch an Intensität und kann unmittelbarer erlebt werden. Den Kindern wird die Zeit für diese intensiven Erlebnisse gelassen.

 

3) …Phantasie und Kreativität zu fördern

Ohne Vorgaben von außen in Form von Spielzeug oder Materialien entwickeln die Kinder ihr eigenes Spiel. Der Phantasie und Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt: die Wurzel wird zum Motorrad, der Busch zur Ritterburg, das Loch im Boden zum Suppentopf…Die natürliche Neugierde der Kinder kann im Wald frei entfaltet und ausgelebt werden. Das Probieren und Entdecken im Spiel bietet intensive Erlebnisse. Die Kinder müssen auch mehr miteinander kommunizieren um sich ihr Spiel gegenseitig zu erläutern oder es gemeinsam weiterzuentwickeln. Hierdurch wird auch die Sprachentwicklung und Kommunikations-fähigkeit gefördert.

 

4) …Entwicklung von sozialen Kompetenzen

Das Miteinander steht im Waldkindergarten ganz oben auf der Prioritätenliste. Gemeinsam mit den ErzieherInnen planen die Kinder den Tag im Wald. Die Kinder lernen, sich gegenseitig zu helfen, aufeinander aufzupassen, aufeinander zu warten, Rücksicht auf die Kleineren und Schwächeren zu nehmen. Auch auf den gewaltfreien und respektvollen Umgang miteinander wird im Wald viel Wert gelegt. Dazu kommt die Rücksichtnahme auf  die Flora und Fauna.  Die Kinder lernen im Wald sehr schnell Verantwortung für sich und andere und für ihre natürliche Umwelt zu übernehmen. Die Gruppe gibt Sicherheit, alle sind aufeinander angewiesen. Auch Konflikte werden in der Gruppe gemeinsam und konstruktiv gelöst.

 

5) …Wertorientierung

Die ganzheitlichen Erfahrungen im Waldkindergarten lassen die Kinder einen Sinn für die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur entwickeln. Durch das Verständnis natürlicher Zusammenhänge stellen sie eine emotionale und natürliche Verbindung zu ihrer Umgebung her und begreifen sich als einen Teil davon, passen sich dem natürlichen Rhythmus an. Das Wort Leben bekommt eine ganz neue, greifbarere Bedeutung und gewinnt an Wert.

 

6) …Förderung von motorischen Fähigkeiten

Kinder wollen sich bewegen, der Bewegungsdrang ist ihnen angeboren. Durch die Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten im Wald werden Koordination, Motorik und auch Kraft gefördert. Die Kinder können laufen, rennen, springen, klettern, kriechen, balancieren…das vielfältige Angebot an Bewegungsmöglichkeiten fördert die Geschicklichkeit, die Ausdauer und das Bewusstsein für den eigenen Körper. Durch den großen Freiraum, den die Kinder im Wald haben, bauen sich auch Aggressionen nicht so schnell auf und die Kinder sind ausgeglichener.

 

 

 

 

7) …Selbstvertrauen

Durch ständiges Ausprobieren und Erproben neuer Möglichkeiten lernen Kinder auch ihre eigenen Grenzen kennen und können Situationen besser einschätzen. Jedes Kind verfügt über besondere Fähigkeiten und Stärken, die es in der natürlichen Umgebung ausbilden, weiterentwickeln und in den Dienst der Gruppe stellen kann. Es lernt auch mit Ängsten umzugehen und Unsicherheiten mit Hilfe der Gruppe zu überwinden. Hierdurch werden die Persönlichkeit und das Selbstvertrauen des einzelnen Kindes gestärkt.

 

8) …Rahmen durch Regeln und Rituale

Gerade in einem Waldkindergarten, der den Kindern ein Höchstmaß an Bewegungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet, kommt der gemeinsamen Erarbeitung und Einhaltung von Regeln eine große Bedeutung zu. Jedes Mitglied der Gruppe muss sich diesbezüglich auf den anderen verlassen können. (Die Regeln im Wald finden sich unter Punkt 6!)

 

Auch feste Rituale sind für Kinder wichtig, hier unterscheidet sich der Waldkindergarten gar nicht so sehr von Regeleinrichtungen. Der gemeinsame Morgenkreis eröffnet den Tag, die Gruppe findet zueinander und plant gemeinsam den Tagesablauf. Das Frühstück wird gemeinsam eingenommen, vorher wird auf das Händewaschen Wert gelegt. Ein Abschlusskreis beschließt den Vormittag im Waldkindergarten.

 

 

3.3              Eingewöhnung

Ziel der Eingewöhnungsphase ist die Entwicklung einer tragfähigen Bindung und Beziehung zwischen den päd. Fachkräften, dem Kind und den Eltern. Hierzu orientiert sich das Kinderzentrum Pusteblume am “Berliner Modell”, das von INFANS (Institut für angewandte Sozialisationsforschung), Berlin, im Rahmen eines von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Forschungsprojektes erarbeitet wurde.

In einem Aufnahmegespräch werden mit den Eltern (oder einem Elternteil wichtige Informationen über das Kind (Gewohnheiten, Interessen und Besonderheiten) besprochen, damit die ErzieherInnen auch individuell auf das Kind eingehen können. Der Eingewöhnungsablauf wird vorher mit den Eltern besprochen und festgelegt.

Die Eingewöhnungsphase erfolgt stufenweise: die Aufenthaltsdauer des Kindes wird allmählich ausgedehnt, und es lernt nach und nach alle Spielorte der Gruppe kennen. Um dem Kind eine angenehme Eingewöhnungsphase zu ermöglichen, werden zu Beginn immer die gleichen Plätze angesteuert. Das vermittelt dem Kind Sicherheit.

Das Kind wird in der Eingewöhnungsphase von einer vertrauten Bezugsperson begleitet. Es wäre wünschenswert, dass die Eltern sich zurückhalten, um den Erzieher/innen Raum zu geben, das Kind kennenzulernen Ein(e) ErzieherIn ist die Kontaktperson, konzentriert sich auf das Kind, beobachtet es und macht zurückhaltende Kontaktangebote. (gestr.) . Die ErzieherInnen legen in Rücksprache mit den Eltern den geeigneten Zeitpunkt für die Loslösung fest.

Die Eingewöhnungsphasen der Kinder finden nach Möglichkeit nacheinander statt.

 

 

3.4              Vorbereitung auf die Schule

Grundsätzlich kann zur Schulfähigkeit von Waldkindergartenkindern gesagt werden, dass diese nicht nur gut auf die Schule vorbereitet sind, sondern in vielen Entwicklungsbereichen deutlich besser abschneiden als Kinder aus Regelkindergärten. Sie zeigen ein überwiegend hoch entwickeltes Sozialverhalten und handeln im Durchschnitt auch selbständiger, sind aufmerksamer, motivierter, konzentrierter und ausdauernder (siehe u.a. Doktorarbeit Peter Häfner, Universität Heidelberg, 2002). Somit kann der Besuch des Waldkindergartens als mehrjährige Vorschularbeit durch ganzheitliches und lebensnahes Lernen gesehen werden. Bestimmte, für die Schule wichtige Kompetenzen werden im Waldkindergarten besonders gefördert, z.B. differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit, psychomotorische Kompetenz, Neugier, Lernbereitschaft, Aufgabenverständnis, Orientierung an Regeln, Fähigkeit zur Kommunikation und angemessener Umgang mit Konflikten. Der Förderung von Sprachentwicklung wird im Waldkindergarten in besonderem Maße Rechnung getragen: die Kinder kommunizieren viel intensiver miteinander (siehe Punkt 3.2.3), Lieder, Reime und Verse gehören zum festen Bestandteil des Vormittags. Auch die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten im Wald bietet eine optimale Schulvorbereitung: Es gibt Untersuchungen, die einen positiven Zusammenhang körperlicher Schulung und geistiger Entwicklung sowie Konzentrationsfähigkeit ermittelt haben.

Darüber hinaus werden im letzten Kindergartenjahr mit den Kindern besondere Angebote durchgeführt. Die ErzieherInnen entscheiden, wo, wann und in welchem Maße dies zu erfolgen hat. Eine Kooperation mit den betroffenen Grundschulen wird angestrebt. Die Eltern der Vorschulkinder werden bei Bedarf auf einem Elternabend und/oder in einem Elterngespräch über die Vorschularbeit informiert und in den Prozess integriert.

 

3.5              Wie findet Lernen im Waldkindergarten statt?

 

Das Lernen im Waldkindergarten findet auf unterschiedlichen Wegen und Ebenen statt. Ein sehr großer Teil beruht auf dem Erleben, Entdecken und Hinterfragen der eigenen Umwelt im Kindergartenalltag. Kleinste Alltagsbeobachtungen können zu Lernerlebnissen ausgebaut werden: die Fliege, die im Spinnennetz gefangen ist, Spuren auf dem Waldboden und vieles mehr.

Natürlich werden im Waldkindergarten auch Bücher gelesen und besprochen. Innerhalb des Kindergartenalltags kristallisieren sich deutliche Themen heraus, zu denen dann die ErzieherInnen dann gemeinsam mit den Kindern mehrwöchige Projekte entwickeln können (zB. Ritter, Indianer,…).

Es wird mit verschiedenen Materialien gewerkelt und gebastelt, dadurch erlernen die Kinder spielerisch den sachgemäßen Umgang mit unterschiedlichen Werkzeugen (zB. Schnitzführerschein).

Die ErzieherInnen bieten vielfältige Angebote zu den Themenbereichen Fein- und Grobmotorik an. So werden aus Seilen tolle Netze und Niedrigseilgärten gestaltet, auf denen Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Bewegung geschult werden. Das Klettern über Wurzeln und das Laufen auf dem unebenen Waldboden ist generell ein hervorragendes Motorik-Training.

Die Vorschulbildung findet im gesamten Kindergartenalltag ihre Bedeutung, die ErzieherInnen achten hierbei auf eine adäquate Schulvorbereitung. Insbesondere im Bereich der Feinmotorik (schneiden, malen, basteln)  – ein Bereich, der in Waldkindergärten natürlich nicht so häufig gefragt ist – werden mit den zukünftigen Schulkindern gezielte Angebote durchgeführt, um die Kinder auch in diesem Bereich gut auf die Schule vorzubereiten. Es ist den ErzieherInnen ein Anliegen, altersgerechte Angebote zu unterbreiten und innerhalb aller Kompetenzbereiche ein angenehmes Lernumfeld zu schaffen. In Alltagssituationen können die Kinder wie nebenbei ihr Umweltwissen erweitern („wir treffen uns da vorne bei der großen Buche…“). Eine sehr schöne und bewährte Methode ist hierbei das „Coyote Teaching“.

 

Das Coyote-Teaching ist die grundlegende Lehr- und Lernmethode in der Natur- und Waldpädagogik. Es hat seinen Ursprung in verschiedenen Naturvölkern und indigenen Kulturen.

Die Methode beruht auf der Motivation des Lernenden, sich das nötige Wissen selber zu erarbeiten – im Gegensatz zur direkten Wissensvermittlung durch den Lehrenden.

Die Vorteile sind die extreme Effektivität und die Nachhaltigkeit des Gelernten: Es ist intensiver und dadurch auch nach langer Zeit noch abrufbar.

Beim Coyote-Teaching wird mithilfe von Spielen, Tricks, lehrreichen Fragen und Geschichten Wissen über die Natur vermittelt. Dem individuellen Freiraum des Kindes wird hier eine große Bedeutung zugemessen. Die dafür erforderliche Zeit ist im Waldkindergarten vorhanden.

Die Themenfindung erfolgt in erster Linie durch den Wald, die Natur und durch die Kinder selbst. Ein Auslöser für die Nutzung des Coyote-Teaching ist die natürliche kindliche Neugier.

 

 

 

4.      Personal

In unserem Waldkindergarten arbeiten zwei hauptamtliche ErzieherInnen mit je 29 Wochenarbeitsstunden ( 25 Betreuungsstunden, 4 Vorbereitungsstunden).

Außerdem wird eine pädagogische Fachkraft als Springerkraft nach Bedarf eingesetzt.

Die Leitung und Verwaltung des Waldkindergartens erfolgt zentral über das Kinderzentrum Pusteblume.

 

Praktikant/innen sind im Waldkindergarten immer gern gesehen.

Der Verein hat die Anerkennung als Arbeitsstelle für eine FSJ-Kraft bzw. eine(n) Bundesfreiwilligendienstler(in) beantragt.

 

Die Mitarbeiter/innen des Waldkindergartens sind integriert in das Gesamtteam der „Pusteblume“. Regelmäßig finden gruppenübergreifende dreistündige Teamtreffen statt, wo ein fachlicher Austausch möglich ist. Die Mitarbeiter/innen der „Pusteblume“ vertreten sich im Notfall gegenseitig und gruppenübergreifend, dies betrifft auch den Waldkindergarten als Teil des pädagogischen Angebots der „Pusteblume“.

 

 

5.      Ein Tag im Wald

 

Den Kindern wird durch feste Rituale ein Rahmen gegeben in dem sie sich frei bewegen können. Regeln und Strukturen geben Sicherheit im unbegrenzten Raum des Waldes.

Die Kinder treffen sich in der Bringzeit zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr  mit den ErzieherInnen an der Sandkiste des Tennisheims. Diese Zeit kann von Eltern zu einem „Tür und Angelgespräch“ genutzt werden. Die Anwesenheit wird gemeinsam mit den Kindern kontrolliert. Im Winter verkürzt sich die Bringzeit auf 08.15 Uhr, damit die Kinder nicht so lange warten müssen.

Die Kinder und ErzieherInnen brechen nach einem Begrüßungskreis zu dem gemeinsam ausgewählten Platz auf. Im Wald wird gemeinsam gefrühstückt. Da es keine feste Frühstückszeit gibt, ist es wichtig, dass die Kinder vor dem Kindergarten schon eine Kleinigkeit gegessen haben.

Bei starkem Regen oder großer Kälte kann im Bauwagen gegessen werden. Jedes Kind hat eine Sitzunterlage, eine Brotdose und eine Trinkflasche dabei. Vor dem Essen säubern sich alle die Hände.

Zum Ende des Frühstücks kann eine Geschichte vorgelesen oder frei erzählt werden.

Nach dem Frühstück ist Freispielzeit. Die Kinder können mitgeführtes Werkzeug wie Sägen oder Schnitzmesser nach festgelegten Regeln nutzen. Sie können sich in Sichtweite und/oder Rufweite der ErzieherInnen selbst im Wald frei bewegen und frei spielen oder an Angeboten der ErzieherInnen teilnehmen (vorlesen, malen, bauen). Die ErzieherInnen begleiten die Spielprozesse, ohne einzugreifen, sie geben bei Bedarf Anregungen, Unterstützung und Trost.

Zum Abschluss wird ein Sing- Geschichten- oder Spielkreis gebildet. Die angebotenen Lieder, Geschichten und Spiele orientieren sich stark an den Wünschen der Kinder.

Zwischen 12.45 und 13.00 Uhr kehrt die Gruppe zum Tennisheim zurück und die Kinder können abgeholt werden.

Sollte es wegen der Wetterlage nicht möglich sein, mit den Kindern in den Wald zu gehen, kann der Tag im Ausweichquartier verbracht werden.

 

 

 

6.      Regeln im Wald

 

Im Wald ist es besonders wichtig, dass die Kinder die gemeinsamen Regeln einhalten, denn bei Nichteinhaltung kann es zu Unfällen oder Gesundheitsgefahren kommen

  • An vorher bestimmten Haltepunkten wird auf die Gruppe gewartet
  • Die Kinder halten sich in Sicht-und/oder Hörweite der ErzieherInnen auf, wenn sie gerufen werden, antworten sie
  • Gegessen wird nur beim gemeinsamen Frühstück aus der Brotdose (keine Wildfrüchte, Pilze, Pflanzen o.ä.)
  • Vor dem Essen werden die Hände gereinigt
  • Für das Frühstück werden generell keine Süßigkeiten, zur Wespenzeit auch keine gesüßten Getränke und/oder süßer Brotaufstrich mitgebracht. Ansonsten darf alles gegessen werden, was das Kind mag (Brot, Brötchen, Obst, Gemüse, Brezeln, Salzstangen,…)
  • Wir hinterlassen keinen Müll. Finden wir Müll, nehmen wir ihn nach Möglichkeit mit und entsorgen ihn
  • Tierkadaver und -Kot werden nicht angefasst
  • Beim Umgang mit Tieren behutsam sein
  • Bewohnte Tierbauten werden nicht bespielt, Brutplätze gemieden
  • Mit Stöcken und Steinen wird vorsichtig umgegangen, damit niemand verletzt wird
  • Tiere und Pflanzen werden geachtet, keine mutwillige Zerstörung
  • Auf Holzstapeln darf nicht geklettert werden

 

6.1    Kletterregeln

 

  • Der Baum muss von den Erzieher/innen zum Klettern freigegeben werden (Probeklettern, tote und morsche Äste müssen entfernt werden, Fallschutz muss organisiert werden)
  • Vor dem Klettern Schirmmützen, Hüte und Rucksäcke absetzen
  • Die Kletterhöhe sollte die dreifache Körperhöhe des Kindes nicht überschreiten

 

6.2    Schnitzregeln

 

Das Kind muss mit den Schnitzregeln vertraut gemacht werden:

  • Immer vom Körper weg schnitzen
  • Augen beim Schnitzen immer auf das Schnitzmesser richten
  • Das Messer kommt nach dem Schnitzen immer wieder zu Erzieher/in zurück
  • Genügend Abstand zu anderen Menschen halten
  • Immer im Sitzen schnitzen
  • Beim Aufstehen und Laufen das Messer zuklappen bzw. einpacken
  • Nur am Totholz schnitzen (oder sägen)

 

 

7.      Ausstattung

7.1       Bekleidung
Entscheidend ist hierfür der Zwiebel- Look: lieber mehrere dünne Schichten und bei feuchtem Wetter eine regendichte (atmungsaktive) Schicht.
Hintergrund: damit die Kinder morgens nicht frieren und mittags nicht schwitzen.

Empfohlen wird:

  • Regenhose / Buddelhose
  • Kopfbedeckung: Bei Sonne Kopf-u. Nackenschutz, bei Regen zB. ein Südwester
  • Im Winter: Schneeanzug oder Schneehose, Thermostiefel, wasserdichte Handschuhe, gegebenenfalls zusätzliche Frühstückshandschuhe
  • feste, geschlossene und trittsichere Schuhe, öfter auch Gummistiefel, im Winter gefütterte
  • Allwetter- Jacke mit Kapuze ohne Bänder (Kinder können hängen bleiben). Der Reißverschluss sollte abgedeckt sein, damit keine Feuchtigkeit eindringt.

7.2.Rucksack und dessen Inhalt

  • rückengerechter Rucksack mit Brustgurt, möglichst viele Seitentaschen
    und möglichst Schnallen zum Befestigen von ausgezogenen Jacken etc.
  • Sitz- Isomatte
  • Trinkflasche (auslauf- und bruchsicher) bzw. Isolierkanne mit Trinkaufsatz im Winter
  • Frühstücksdosen (auslauf- und bruchsicher)
  • Taschentücher
  • Schatzdose/ Tüte zum Sammeln

7.3.Erzieherrucksack

  • Handy mit eingespeicherten Notfallnummern und Elternnummern
  • Erste-Hilfe-Ausstattung
  • Wechselkleidung
  • Plane als Regenschutz zum Frühstücken
  • Gruppenbuch

 

 

 

8.      Elternarbeit

Gemeinsam mit den Eltern haben wir für einige Jahre die Aufgabe übernommen, die Kinder auf einem ihrer Lebensabschnitte zu begleiten. Dabei wollen wir die Eltern bei der Erziehung und Förderung ihrer Kinder unterstützen. Die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von ErzieherInnen, Eltern und Träger ist für uns von besonderer Wichtigkeit. Hierzu gehört ein partnerschaftliches und offenes Verhältnis zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften. Ein regelmäßiger Austausch untereinander trägt dazu bei, die Lebenssituation des einzelnen Kindes besser begreifen  zu können.

Um das von uns angestrebte vertrauensvolle Verhältnis zu den Eltern gewährleisten zu können, haben wir einige Standards der Elternarbeit festgelegt:

 

a)      Wir bieten ein ausführliches und persönliches Aufnahmegespräch (siehe auch Punkt 3.3) an, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen und Fragen und Unsicherheiten im Vorfeld zu klären.

b)      Eine vertrauensvolle Ansprache zwischen Eltern und päd. Personal soll ein engeres Miteinander ermöglichen.

c)      Auf regelmäßig stattfindenden Elternabenden informieren wir über den Alltag im Waldkindergarten, dort können Vorstellungen, Erwartungen und Interessen abgestimmt werden.

d)     In dringenden Fällen sind die Erzieher/innen jederzeit zu einem Einzelgespräch bereit.

e)      Gemeinsame Aktionen mit den Eltern (Feste, Ausflüge, Arbeitseinsätze) dienen dem Gemeinschaftsgefühl.

f)       In regelmäßig stattfindenden Schnuppertagen können sich Eltern (insbesondere zukünftiger Waldkinder) einen Einblick vor Ort über den Alltag im Waldkindergarten verschaffen.

g)      Eine Hospitation der Eltern im Wald ist jederzeit möglich. Wir empfehlen diese einmal jährlich. Nach unserer Erfahrung stellt die Hospitation eine Bereicherung für alle Beteiligten dar.

h)      Wir freuen uns über Eltern, die Spaß daran haben, unseren Gruppenalltag mit ihren Interessensgebieten zu bereichern (z.B: Geocachen, Handarbeiten, Jäger uvm.)

 

8.1              Elterndienste

 

Die Eltern übernehmen im Waldkindergarten regelmäßige Dienste bzw. Pflichten.

a)                  der Wasserkanister muss täglich frisch gefüllt morgens zum Treffpunkt mitgebracht werden. Dies übernehmen die Familien im wöchentlichen Wechsel.

b)                 Der anfallende Müll (Taschentücher, evtl. Windeln, aber auch Müll, den die Kinder im Wald finden) wird täglich einer Familie beim Abholen zum Entsorgen mitgegeben. Dies ist i.d.R. nur eine geringe Menge, da die Kinder im Wald ja keinen Müll produzieren.

c)                  Einmal wöchentlich muss unser Bauwagen gefegt und ausgewischt werden. Dies übernehmen die Familien im Wechsel.

d)                 Mindestens 2x jährlich finden Elterneinsätze statt, an denen z.B. Instandhaltungsarbeiten am Bauwagen oder in der Notunterkunft erledigt werden. Der Bauwagenstandort muss gepflegt werden (z.B. Astbeschnitt bei Windbruchgefahr o.ä.). Neuerungen am oder im Bauwagen werden gebaut.

 

8.2              Vereinsmitgliedschaft

Die Eltern der von uns betreuten Kinder sind in der Regel Mitglied in unserem Trägerverein. Dies ist zwar keine Verpflichtung, wird aber von uns ausdrücklich gewünscht. Über die Mitgliedschaft im Verein findet eine Identifikation mit der Einrichtung statt: „Die Eltern lassen ihr Kind nicht „fremdbetreuen, sondern in der eigenen Einrichtung, nur der Erziehungsauftrag wird vorübergehend an andere delegiert“.

 

 

 

 

9.      Schlusswort

 

Unser Konzept ist auf ständige Weiterentwicklung angelegt. Wir freuen uns über Ideen von Eltern und Pädagogen und allen, die sich dafür interessieren. Und natürlich auch auf Anregungen aus dem Alltag.

 

Wir wünschen uns, dass wir eine Menge erlebnisreicher und abenteuerlustiger Tage mit den Kindern im Wald verbringen werden, viele fröhliche Stunden auch mit den Eltern und ErzieherInnen erleben und hoffen, dass wir in Schwülper die Lust auf „mehr Natur“ wecken.